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Ein Leben für die Malerei

Am 16. September 2009 wäre Gerda von Voithenberg, 1909 in Bayreuth geboren, 100 Jahre alt geworden. Grund genug, sich dieser Künstlerin, die 2001 in Bayreuth verstarb und die meiste Zeit ihres Lebens auch dort verbrachte, zu erinnern, zumal sie ein Werk hinterlassen hat, das in seiner individuellen Bildsprache eine sehr persönliche Evidenz besitzt.

Die Arbeiten dieser Künstlerin zeigen, dass sie weder als Mensch noch in ihren Werken etwas Provinzielles ausstrahlt, nein, im Gegenteil, es wird deutlich, wie ungewöhnlich, unangepasst, mutig, kritisch, modern und fortschrittlich sie als eine der wenigen Frauen zu ihrer Zeit in diesem Metier gewesen ist.

Das vielschichtige Werk der Gerda von Voithenberg, das primär durch die Malerei, aber auch durch Reise-Skizzen und Karikaturen geprägt ist, lohnt sich intensiv zu betrachten und die eindrucksvollen bildgebenden Elemente näher ins Auge zu fassen. Die Bilder strahlen Balance und Geschlossenheit aus und lassen Raum zur Interpretation durch den Betrachter.

In einer Vielfalt von Formen, Farben und kräftigem Strich wird in ihrem Werk eine breite Palette stimmungsvoller, farbenfroher Motive gezeigt, die von Naturinspirationen geprägt sind. So finden sich harmonische, aber auch wilde Landschaften, Blumen; Traumwelten, Abstraktes, aber auch gegenständlich Greifbares in den Werken. Stilistisch sind die Werke einer Kunstrichtung zuzuordnen, die sich aus dem Expressionismus herausgebildet hat. Die Malerin selbst hat dabei eine eigene hinausweisende Komponente entwickelt, der sie bis zum Ende ihres Lebens im Stil treu geblieben ist. So lösen sich ihre Bilder häufig in formenreichen und farbigen Abstraktionen auf und vermitteln elementare Ausdruckswerte und Ursprünglichkeit.